Schlafen im Lkw – ab in Knast!

Schlafen im Lkw
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Ich verbrachte unzählige Nächte in meinem Lkw. Schlafen im Lkw war ein Teil meines Berufslebens. Teilweise wusste ich direkt nach dem Erwachen nicht einmal genau, in welchem Land ich mich befand. Allerdings war ich die meisten Wochenenden zuhause, bei meinem letzten Arbeitgeber in der Speditionsbranche sogar schon Freitags. Es ist vollkommen normal, als Fernfahrer seine Schlafenszeit in der Koje im Lkw zu verbringen. Morgens die Kaffeemaschine an, irgendwo und irgendwie waschen und los. Umso erstaunter war ich, als ich vor einigen Monaten las, dass dies verboten werden soll. Achso? Dem gehen wir doch mal auf den Grund. 

Es klang wie ein schlechter Scherz für viele Spediteure und Lkw-Fahrer. Das Übernachten im LKW wird verboten. Viele Medien berichteten reißerisch: “Übernachten im LKW verboten“, “Eine Übernachtung in der Kabine – 12 Monate im Gefängnis?”. Das sind nur zwei der Überschriften aus der Presse. Doch zunächst  zu den Fakten.

Was ist denn nun dran – Schlafen im Lkw?

Fakt ist, die EU und auch die Bundesregierung haben Ihre Gesetze zum Thema Übernachten im LKW angepasst und überarbeitet. Hier geht es jedoch nicht direkt um das Übernachten im LKW direkt, sondern vielmehr um die Wöchentliche Ruhezeiten von LKW Fahrern.

  • Im Klartext: laut Gesetz muss einmal in der Woche eine Wochenruhezeit von 45 Stunden eingehalten werden. Und eben genau diese 45 Stunden darf und soll der Fahrer künftig nicht mehr im der Kabine verbringen. Dieses Gesetz gilt für Fahrer als auch für Verkehrsunternehmen auf deutschem Boden. Natürlich gibt es zur wöchentlichen Ruhezeit auch Ausnahmeregelungen – bitte hier nachlesen.

Eine ordentliche Schlafmöglichkeit wird Pflicht

Ziel dieses Gesetzes ist es, den Fahrern eine ordentliche Schlafmöglichkeit und Ruhepause zu ermöglichen. Es ist schlicht nicht zumutbar, 45 Stunden Ruhezeit in einer Lkw Kabine auf dem Parkplatz abzuhalten. Denn eine vernünftige Erholungsphase und Ruhepause trägt maßgeblich zur Verkehrssicherheit auf unseren Straßen bei.
Doch wie sieht diese “ordentliche” Schlafmöglichkeit nun aus? Das schreibt das Gesetz so nicht genau vor. Es wird nur von einer “ordentlichen Schlafmöglichkeit” für das Fahrpersonal geschrieben. Gemeint sind sicher bestenfalls das eigene Heim, ein Hotel oder eine Pension.

Schlafen im Lkw
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Wie ist nun, mit dem Schlafen in der Kabine?

Laut den Überschriften der Medien kommt man schnell zu dem Schluss, de Politik möchte das Schlafen im LKW verbieten. Das ist Unsinn. Denn wie bereits erwähnt, geht es in diesem Gesetz nur um die wöchentliche Ruhezeit von 45 Stunden. Wenn ein Fahrer also in einer seiner weiteren Ruhepausen in seinem LKW schläft, ist dies  voll und ganz in Ordnung.

Harte Strafen für Fahrer und Unternehmer

Auch bisher hat die Polizei bei Kontrollen auch ein Auge auf die Wochenruhezeit. Aber mangels Rechtsgrundlage gab es hier keine Handhabe, wenn Fahrer mehrere Wochen ohne richtige Ruhepause in der Lkw Kabine saßen (lagen). Durch die Gesetzesänderung der Regierung ist dies nun anders. Ein Verbot für das Übernachten gibt es so nämlich nicht.

Also ist es ein Mythos der Medien. Im Umkehrschluss gibt es jedoch Strafen bei Nichtbeachtung.
Hält man sich nicht daran, seine 45 Stunden Wochenruhepause in einer ordentlichen Schlafmöglichkeit abzuhalten, droht dem Fahrer ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro pro unterschrittener Stunde und dem Unternehmer ein Bußgeld in Höhe von 180 Euro pro unterschrittener Stunde.

Deutschland hier kein Vorreiter

Deutschland ist mit dieser Gesetzesänderung bei weitem kein Vorreiter. In Belgien und Frankreich zum Beispiel ist das Verbringen der Wochenruhezeit von 45 Stunden in der Fahrerkabine schon lange verboten. Na dann….auch ich verbrachte schon einige Wochenenden in den genannten Ländern. Aber damals war es auch einfach noch eine andere zeit.

In diesem Sinne – allzeit gute Fahrt und ein geruhsames Wochenende, wo auch immer ihr seid.

4 Kommentare zu Schlafen im Lkw – ab in Knast!

  1. WEN will man damit “SCHÜTZEN”?
    Oder worum geht es?

    Denn ein Gesetz MUSS ja etwas schützen.
    Den Fahrer vor dem Spediteur?
    Da sehe Ich erstens keinen Nachteil für den Fahrer, zweitens ist es dann pervers den Fahrer finanziell zu bestrafen.

    Ich sehe keinen Nachteil für irgendjemand.

    Außer natürlich für Vermieter, und den Staat, der Steuer auf Miete kassiert.

    Einfach nur ekelhaft, denn als Fahrer will man evtl. ganz bewusst Geld sparen, und auf Miete verzichten. Mehrere Hundert Euro im Monat sparen.
    In einem Forum gab es einen Eintrag, der wollte als Handwerker richtig viel bis 30 Arbeiten, und dann nach Thailand abhauen (für einige Leser ist das “Verrat” ;-D Man hat sich hier gefälligst erst mal “totzumalochen”, den Älteren die Rente zu sichern, dann darf man sterben oder wenn man noch lebt ins Ausland gehen…) und dort auf einheimischem Niveau von dem Geld leben…

    Also bleibt so einem Fahrer doch nur die Zeit evtl. wie ein Obdachloser auf der Straße zu leben, wenn er keine Miete zahlen will.

    Ich habe schwere Bedenken bezüglich der Vereinbarkeit mit Grundgesetz etc..

    “Menschenwürde” kann KEINE Begründung sein, denn Obdachlosigkeit wird ja auch nicht bestraft. Außer in Ungarn, da ist es strafbar Obdachlos und mittellos zu sein…
    Irgendwie ironisch, wenn sie dafür eine Haftstrafe bekommen haben sie freie Kost und Logis…
    Aber es sind Geldstrafen möglich 0_o. Also Geldstrafe weil man kein Geld besitzt…
    Lasst uns dafür beten/meditieren dass Orban verr****. “Mortbeten” ist leider aus der Mode gekommen 😉 .

    Also reicht es den Arbeitern Matratzen in die Schwerlastregale zu legen 😉 , solange dort eine Toilette, Waschraum, Küche etc. vorhanden sind?
    WGs und 1Z-Appartments mit 15m² und Gemeinschafts-Klo/Dusche auf dem Flur sind ja auch nicht verboten! Zu Recht nicht!

    Gilt das eigentlich nur für Angestellte, oder auch für Fahrer mit eigenem LKW?
    Ich hätte ja schon mal gerne eine Erklärung WELCHES “Rechtsgut” etc. man damit schützen will, aber wenn man Selbstständig ist, ließe Ich mir doch keine Wohnung aufzwingen!!!

    Je nach Komfort solch eines Lebensraumes (ist Toilette, Dusche etc. bei LKW möglich?), wäre Ich LKW-Fahrer, wäre Ich evtl. zu geizig noch für eine Wohnung zu zahlen. Nur fürs Wochenende einen ganzen Monat?
    Gäbe es wenigstens solche Super-Billig-Motels in Deutschland, die auf die Pfichtwohnzeit bezogen billiger sind als eine richtige Wohnung… Je nach Absteige wohnt man da evtl. sogar einen ganzen Monat billiger als in einer Billig-1Z-Appartment-Wohnung pro Monat.

    In einigen Bundesländern darf man zumindest ganz offiziell das ganze Jahr auf dem Campingplatz leben. Also z.B. €100 pro Monat für den Stellplatz.
    Dazu ein wenig Gas zum heizen, der Wohnwagen wird in Minuten warm.

    Das Dt. R, äh der Dt. Staat verbietet ja scheinbar auch gewisse medizinische Eingriffe.
    Z.B. diese Spritzen die Schwarz machen. Genau so wie evtl. einmal mögliche Hirn-OPs die geistige Fähigkeiten verbessern (auf Basis von Erkenntnissen von Unfallopfern denen das passiert ist) verboten werden.
    Wenn ICH das will, dann würde ich dafür ins Ausland reisen.
    Und Frauen die sich eine fremde Eizelle einsetzen lassen wollen, reisen ins Ausland direkt hinter der Dt. Grenze…

    Und man darf nicht vergessen, den Beruf gibt es evtl. noch 5-10 Jahre, dann ist Schluss mit LKW-Fahrer, Busfahrer (es fahren heute schon Linienbusse in Deutschland und der Schweiz etc. fahrerlos!), Taxifahrern etc..
    Für IMMER.
    Nicht wie Glasbläser, die es neute noch giubt.
    Nein, eher wie die Leute die mit langen und weiten Mänteln und Eimern rumliefen und den Menschen draußen anboten unter ihrem langen Mantel (sie schließen den Mantel den sie tragen mit ihren Armen um den Kunden) in den Eimer zu kacken…
    Oder die Menschen die mit Seilen und Ochsen die Frachter die Flüsse raufzogen…

    Generell wäre Ich für ein System wie Cargo Cap.
    Eine Waren-U-Bahn für 2 Europaletten pro Waggon.
    Oder noch besser eine schlanke Hochbahn die man sogar noch durch bestehende Straßen ziehen kann, die Menschen UND Waren durch ganz Deutschland transportieren können.

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