Vom Termindruck bei Lkw-Fahrern

Termindruck als Lkw-Fahrer

Allerorten steht es – der Termindruck bei Lkw-Fahrern und allgemein im Speditionsgewerbe ist hoch. Ja, das stimmt. Aber. Ein wichtiges Wörtchen, dieses „Aber“, findet ihr nicht? Fernfahrer stehen unter Druck, richtig. Und es gibt sicher genügend schwarze Schafe, die ihre Trucker ausbeuten. Von denen rede ich hier nicht.

Termindruck als Lkw-Fahrer
Die Zeit drängt oft. Wer ist schuld?

Warum Du glücklich sein kannst, ist eine theoretische Floskel, denn: „Dem Glücklichen schlägt keine Stunde“. Nach diesem Spruch bin ich also immer dann glücklich, wenn ich im Stau stehe, an einem Grenzübergang warten muss oder wenn es widrige Straßenverhältnisse nicht zulassen, das Gaspedal durchzudrücken. Bin ich aber nicht. Im Gegenteil. Das erhöht die Last, das steigert den Druck. Und nein, ich bekomme seitens meiner Firma keinen Druck. Den Druck mache ich mir selbst. Weil es vielleicht Freitag ist und ich heim möchte. Weil die Fahrzeit nur noch ganz knapp in heimische Gefilde reicht. Weil ich unbedingt den selbst vereinbarten Termin bei meinen Kunden halten möchte.

Termindruck bei Lkw-Fahrern – ist es immer nur der Chef?

Aber ich weiß eben auch, dass meine Firma hier eine Ausnahme bildet. Termindruck bei Lkw-Fahrern, nicht immer sind die Unternehmer schuld. Auch die Kunden spielen begeistert mit. Ich weiß von einem großen Unternehmen im Lebensmittelbereich. Da gibt es ein winzig kleines Zeitfenster, in dem man seine Waren abladen darf. Schafft der Lkw-Fahrer es aufgrund eines Staus nicht, rechtzeitig dort aufzuschlagen – Pech gehabt. Wann er das nächste Zeitfenster zugeteilt bekommt? Das kann dauern. Es dürfen nicht immer nur die Spediteure an den Pranger gestellt werden, wie es in der Öffentlichkeit so gerne propagiert wird. Termindruck bei Lkw-Fahrern resultiert aus unserer heutigen Zeit. Geiz ist geil, alles schnell und sofort.

Mit Gelassenheit sicher ankommen

Und doch sollte sich jeder Trucker seiner Verantwortung bewusst sein. Wenn ich im Stau stehe, ist das so. Ich kann es nicht ändern. Wenn das winterliche Wetter verrückt spielt, ist das auch so. Dann fahre ich angepasst. Auch wenn der Kollege hinter mir Schnappatmung bekommt, weil er das Gas nicht voll durchdrücken kann. Dann spielt die Zeit einfach keine Rolle mehr. Ich kann es nicht ändern. Alles, was ich – im Stau stehend – tun kann, ist die Information an die Dispo weiterzugeben. Deren Job ist es, die Kunden zu informieren. Aber ich weiß, ich schreibe hier in grauer Theorie. Dafür sorgen leider auch die vielen osteuropäischen Fahrer, die für einen winzigen Lohn auf dem Bock hocken. Und wenns nicht läuft – kein Problem, dann kommt der Nächste. Eigentlich traurig, das alles, nicht wahr?

Wie sieht es bei euch aus? macht ihr euch selber Druck? Oder gibt es sonst vom Chef eine auf die Mütze? Schreibt gerne in das Kommentarfeld!

Martina

Martina

Hier blogge ich aus meinem einstigen Alltag. Auf meinem truckerblog nehme ich Dich mit auf die Reise, stelle Dir tolle Produkte vor und biete einige Tipps aus meinem langjährigen Erfahrungsschatz.
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